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Brugg

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Der Schwarze Turm - ein Zeugnis der Habsburger

Brugg und die Habsburger

Brugg wird in den Acta Murensia im Jahr 1064 als «Bruggo» zum ersten Mal erwähnt. Darin bestätigt Werner I., ein Sohn von Radbot, dem Kloster Muri in einer Urkunde Besitz in der Umgebung von Brugg. Der Name ist Programm: Brugg liegt an einer Flussenge der Aare, ideal für den Bau einer Brücke. Diese Brücke sowie der Schwarze Turm auf der rechten und das Zollhaus auf der linken Seite der Aare stehen heute noch im Stadtwappen als Symbole für die Stadt.

Erbaut wurden die anfänglich schlichte Holzbrücke und der Schwarze Turm von den Habsburgern, vermutlich von Graf Albrecht III. um das Jahr 1180. Brugg nahm in jener Zeit zunehmend städtischen Charakter an. Um 1230 zogen die Habsburger gar von der Habsburg nach Brugg und erbauten dafür ein Stadtschloss – darin wohnte es sich komfortabler als in einer zugigen Höhenburg. Hier sass man zudem direkt am Handelsweg und hatte die Kontrolle über die Zolleinnahmen.

Die Stadt wurde für die Habsburger zum wichtigsten Zentrum in ihren Stammlanden, dem Eigenamt zwischen Aare und Reuss, bevor sich ihr Schwerpunkt Richtung Österreich verschob. 1284 bekam Brugg von König Rudolf I. von Habsburg das Stadtrecht verliehen. 

1415 ereilte die Stadt dasselbe Schicksal wie die anderen habsburgischen Besitzungen im Aargau (ausser im Fricktal): Sie wurde von den Eidgenossen eingenommen. Brugg ergab sich den anrückenden Berner Truppen kampflos und behielt dafür seine Stadtrechte. Besonders in den Fokus geriet Brugg 1444 im Alten Zürichkrieg: Habsburger drangen in die Stadt ein. Sie wurde geplündert, einige Häuser wurden gebrandschatzt und viele Stadtbürger wurden erst gegen Lösegeld wieder freigelassen.

Wie ganz Europa kam es über die Jahrhunderte auch in Brugg zu Pestausbrüchen. 1541 starb in Brugg bei einer Epidemie ein Viertel der Einwohnerschaft. Vom 16. bis ins 18. Jahrhundert galt Brugg auch als «Prophetenstadt». Dies, weil viele junge Brugger Pfarrherren wurden.

Stadtansicht von Brugg mit dem Schwarzen Turm, der Aarebrücke und dem "Effingerhof" neben der Stadtkirche.
Foto: Topographia Helvetiae, Rhaetiae et Valesiae, von Matthäus Merian dem Älteren, Frankfurt 1642.

Spuren der Habsburger heute

Der markante Schwarze Turm ist das älteste Brugger Bauwerk und Wahrzeichen der Stadt. Auf der Brücke stehend, sind auf der der Aare zugewandten Seite des Turms ein Türsturz mit frühromanischem Bogenfeld sowie eine eingemauerte mittelalterliche Kopfskulptur zu sehen.

Erst im 16. Jahrhundert bekam der Turm die heutige Höhe von 25,70 Metern. Man kann den oberen gut vom unteren – habsburgischen – Teil unterscheiden: Der untere Teil besteht aus von Vindonissa hergeschafften und recycelten römischen Muschelkalk-Quadern, während oben glatte Tuffstein-Quader verbaut wurden. Bei offiziellen Stadtführungen hat man vom obersten Stock des Turms eine hervorragende Sicht sowohl auf die Aareschlucht als auch auf das Wasserschloss und die idyllische Altstadt.

Brugg  Heute