Bremgarten und die Habsburger
Um das Jahr 1000 erbten Radbot und sein Bruder Rudolf von ihrem Vater Lanzelin einen Herrenhof im Raum der späteren Stadt Bremgarten. 1050 wurde am Reussufer eine Kapelle erbaut. 1135 taucht der Name Bremgarten erstmals in einer Schenkungsurkunde auf.
Schon um 1200 gilt das von drei Seiten geschützt in einer Reussschleife liegende Bremgarten laut Historikern als von den Habsburgern geplante Stadt. Zentral für deren strategische Bedeutung und auch als Marktort war der Bau einer Brücke über die Reuss im 13. Jahrhundert, für die man Brückenzoll erheben durfte. Jahrhundertelang blieb diese Brücke weitherum der einzige Flussübergang.
Graf Rudolf IV. hielt sich zwischen 1246 und 1267 mehrfach für Rechtsgeschäfte in Bremgarten auf, nach seiner Wahl zum König im Jahr 1273 allerdings nicht mehr.
Das mit dem Stadtrecht versehene Bremgarten wurde von den Habsburgern gefördert und gut befestigt, es erhielt 1379 auch die Blutgerichtsbarkeit. Männer aus Bremgarten kämpften 1315 am Morgarten und 1386 in Sempach für die Habsburger.
Im April 1415 belagerten die Eidgenossen bei ihrem Eroberungszug im Aargau nach der Einnahme von Mellingen auch Bremgarten. Die Stadt kapitulierte angesichts der Übermacht rasch. Fortan gehörte die Stadt zur Grafschaft Baden, einer gemeinen Herrschaft. Im Alten Zürichkrieg nahm die Stadt für Zürich und Habsburg Partei. Das Bündnis verlor, Bremgarten blieb eidgenössisch.
Spuren der Habsburger heute
Seit die Habsburger den Aargau verloren haben, sind über 600 Jahre vergangen. Dennoch erinnert auch heute einiges in Bremgarten – das zu den schützenswerten Ortsbildern der Schweiz mit nationaler Bedeutung gehört – an ihre Zeit: beispielsweise das 1238 erstmals als «turn ze Bremgarten» erwähnte Schlössli in der Altstadt. Dort sind Teile des mittelalterlichen Bergfrieds erhalten.
Der 1415 erstmals urkundlich erwähnte Hexenturm kann heute mit Gruppen besichtigt werden. Zu sehen ist darin das einstige Gefängnis mit seinen drei Meter dicken Mauern, der Falltür und dem hölzernen Aufzugsrad.
Die 1281 erstmals erwähnte Holzbrücke brannte 1434 nieder und wurde seither mehrfach ersetzt und erneuert.
Stolz führte die Stadt das Habsburger Wappentier in ihrem Wappen, einen in Weiss (bei den Habsburgern selbst in Gelb) steigenden roten Löwen. Dieses und den Reichsadler als Zeichen für eine freie Reichsstadt behielt es wie seine weitgehende Selbstständigkeit bis zum Untergang der Alten Eidgenossenschaft 1798. Der aufrecht gehende rote Löwe auf weissem Grund ist auch das heutige Wappen von Stadt und Bezirk Bremgarten. Die beiden Wappen zieren heute noch als Wandmalerei das Zeughaus.