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Rheinfelden

Stammlande Habsburger Löwe

Die Burg Stein in Rheinfelden - jahrzehntelang Hauptwohnsitz der Habsburger
 

Rheinfelden und die Habsburger

Um das Jahr 930 errichtete eine burgundische Familie – die nachmaligen Grafen von Rheinfelden – auf der Rheininsel auf Höhe der späteren gleichnamigen Stadt die Burg Stein.
Ab 1090 erweiterte das schwäbische Fürstengeschlecht Zähringer die Siedlung zu einer Stadt. Rheinfelden dürfte um 1130 das Stadtrecht bekommen haben. Nachdem die Zähringer 1218 ausgestorben waren, wurde Rheinfelden reichsfreie Stadt und damit dem König unterstellt. Nach einer Zwischenherrschaft durch die Bischöfe von Basel machte König Rudolf I. von Habsburg 1273 die Stadt wieder reichsunmittelbar. Rudolfs Ehefrau, Königin Anna, lebte hier.

Für Jahrzehnte war die Burg Stein der Hauptwohnsitz der Habsburger. Hier wurden auch die Reichskleinodien aufbewahrt. 1330 wurde die Stadt durch Verpfändung habsburgisch und blieb dies fast 500 Jahre lang.

Im 13. Jahrhundert zogen die Rheinfelder mit den Habsburgern gegen die Eidgenossen ins Feld. Als Letztere 1415 fast den ganzen heutigen Aargau eroberten, entging Rheinfelden diesem Schicksal, indem der König es für kurze Zeit wieder zur Reichsstadt machte.

Im Alten Zürichkrieg lehnte sich Rheinfelden an Basel an und unterwarf sich 1449 wieder den Habsburgern. Von da an blieb es als eine der vier Waldstädte – zusammen mit Säckingen, Laufenburg und Waldshut – bis 1803 vorderösterreichisches Herrschaftsgebiet. 


Um 1632/33 geriet die strategisch wichtige Stadt in die Wirren des Dreissigjährigen Krieges. Sie wurde mehrfach von den Schweden besetzt und wieder zurückerobert. Von 1638 bis 1650 hielten die Schweden bzw. später die Franzosen die Stadt besetzt. Sie – und mit ihr das ganze Fricktal – litt enorm darunter.

Wohlhabend wurde die Region nicht – auch wegen der immer wieder anfallenden hohen Kriegssteuern für die Kriege der Habsburger. Kaiserin Maria Theresia führte ab 1750 wichtige Reformen durch, besonders im schulischen Bereich. 1796 und erneut 1799 besetzten französische Truppen die Stadt. Nach einer kurzen Episode mit einem Kanton Fricktal gliederte Napoleon 1803 im Rahmen seiner Mediation das Fricktal dem von ihm neu geschaffenen Kanton Aargau an. Seitdem ist Rheinfelden eidgenössisch.

 

Stadtansicht von Rheinfelden im 17. Jahrhundert. Auf der Insel im Rhein stand die Burg Stein, die 1446 geschliffen wurde.
Foto: Topographia Alsatiae, von Matthäus Merian dem Älteren, Frankfurt 1663.

Spuren der Habsburger heute

Der Habsburger Vergangenheit begegnet man in der malerischen Altstadt auf Schritt und Tritt: etwa im nach einem Brand 1531 neu gebauten Rathaus mit seiner Barockfassade und dem österreichischen Wappen. Im Innenhof ist an der Fassade grossflächig die Schlacht von Sempach dargestellt und im Rathaussaal hängen Fürstenbildnisse der Habsburger.

Das Rathaus mit dem Wappen von Österreich, Hauenstein, Laufenburg, Rheinfelden dem Geschlecht der Truchsessen und Säckingen.
Foto: Stadt Rheinfelden

Ebenso finden sich im Fricktaler Museum in Rheinfelden Porträts mehrerer Kaiser, natürlich auch eines von Maria Theresia.

Die Geschichte der Habsburger lässt sich auch beim Obertorturm und an einem Stück der einst 730 Meter langen und bis 15 Meter hohen Stadtmauer sowie beim Kupfer- oder Storchennestturm erleben: Bei Letzterem sind die Einschussspuren einstiger Belagerungen bewusst nicht übertüncht worden. Das Turmdach ist bis heute von Störchen bewohnt. Das Inseli mitten im Rhein. Wo die Burg Stein einst stand, kann besucht werden und ist heute ein Naherholungsort. Die Habsburger-Vergangenheit hat zahlreiche Spuren hinterlassen, welche von dieser Herrschaft zeugen, so Wirtshausschilder und zahlreiche Doppeladler, die heute noch an den Häusern sichtbar sind. 

Zeugen der Vergangenheit sind auch das Kommandantenhaus und die ehemalige Kaserne in der Kupfergasse (welche die Stadt gebaut und dem Kaiser geschenkt hatte). Und «Im Rumpel» in der Altstadt erinnert ein Glockenspiel (Spielzeiten 9, 12, 15 und 17 Uhr) an einen Schneider, der die Stadt im Dreissigjährigen Krieg mit einer List aus der schwedischen Belagerung gerettet haben soll. Rheinfelden bietet verschiedene Führungen an, eine davon unter dem Titel «Auf den Spuren der Habsburger».

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