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Schloss Wildegg

Stammlande Habsburger Löwe

Errichtet zur Verteidigung des habsburgischen Besitzes

Schloss Wildegg und die Habsburger

Das Schloss (ursprünglich Burg) Wildegg ist – wie die unweit liegende Habsburg – eine Gründung der Habsburger. Um 1230/40 legten diese auf Ausläufern des Chestenbergs oberhalb von Bünz und Aare zur Sicherung ihres Eigenbesitzes die Grundsteine für das spätere Schloss Wildegg. Die Habsburger bewohnten ihre Burg aber nie selbst: Hier lebten untergebene Adelsgeschlechter, die Truchsessen von Habsburg-Wildegg und die Schenken von Habsburg. Erstmals urkundlich erwähnt ist die Burg 1242.

Im Jahr 1348 mussten die Truchsessen ihre Burg an Johann I. von Hallwyl verkaufen. Von ihm ging sie an seinen Sohn Thüring I. Dieser fiel 1386 in der Schlacht von Sempach im Kampf gegen die Eidgenossen. Dafür hielt sein Sohn, Thüring II., die Burg 1415 erfolgreich gegen die vorrückenden Eidgenossen und siegte gar vor der Burg in einem kleinen Gefecht gegen die Berner. Die Familie von Hallwyl, deren Stammschloss bei der Verteidigung weitgehend abbrannte, unterwarf sich dann aber den siegreichen Bernern.

In der Folge musste Thüring II. von Hallwyl mit den Bernern einen Sühnevertrag abschliessen und Schadenersatz leisten. Er wanderte schliesslich ins Elsass aus und diente weiterhin den Habsburgern. Die Wildegg verkaufte er. Nach 1437 hatte die Burg verschiedene Besitzer.

1552 verursachte ein Blitzeinschlag einen verheerenden Brand, den nur das Mauerwerk überstand. Im Innern sind an unverputzten Stellen teilweise heute noch Brandrötungen zu sehen. Beim Jahre dauernden Wiederaufbau bekam das Wohngebäude ein viertes Stockwerk. Um 1700 baute Bernhard von Effinger die Burg zu einem barocken Wohnschloss um und gab ihm die heutige Prägung. Die Familie Effinger behielt das Schloss über 400 Jahre lang bis zum Tod von Julie von Effinger, der Letzten ihres Geschlechts, im Jahr 1912.

Danach wurde das Schloss, dessen Mobiliar zum Teil aus altem Effinger-Besitz stammt, Teil des Schweizerischen Nationalmuseums. 2011 verkaufte es der Bund nach einer Sanierung dem Kanton Aargau für einen symbolischen Franken. Heute gehört das Schloss Wildegg zum Museum Aargau.

 

Spuren der Habsburger heute

Das Schloss steht an einem aussichtsreichen Standort. Der Bauphasenplan seiner Ostfassade zeigt deutlich, dass das Fundament und die untere Hälfte des Bergfrieds beziehungsweise dessen untere drei Geschosse – bestehend aus 3 Meter dickem Megalithmauerwerk – aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts stammt, also aus der Habsburgerzeit. Auf diese Zeit geht auch das ebenfalls bis heute erhaltene Erdgeschoss des Wohngebäudes (Palas) zurück.

1372 baute Thüring I. die Burg aus. Der Bergfried (Turm) wurde um zwei Stockwerke auf 20 Meter Höhe aufgestockt. Das Wohnhaus erhielt statt eines ursprünglich möglicherweise aus Holz bestehenden Obergeschosses drei weitere Stockwerke und wuchs auf 16 Meter Höhe. Nach 1415 kamen weitere Um- und Ausbauten dazu.

Lohnenswert aus der Perspektive der Habsburgerzeit ist der Gang ins Untergeschoss des Schlosses zum Marstall (Pferdestall). Die Aussenmauer dieses Anbaus stammt aus dem 14./15. Jahrhundert. Sehr eindrücklich ist der Gang mit unverputztem Mauerwerk, durch den die Pferde in den Stall geführt wurden.

Beeindruckend ist auch der Archivraum, in dem nebst neueren Urkunden eine Urkunde vom 21. April 1298 zu sehen ist, ausgestellt von Ritter Hartmann «Schenk von Wildegg». Bekannt und sehenswert ist die später zum Barockschloss umgebaute Anlage heute zudem wegen des prächtigen Lustgartens, einer Fasanerie, einem jährlichen Tulpenzwiebel- und Genussmarkt im September sowie einem stimmungsvollen «Wiehnachtsmärt» jeweils Anfang Dezember.

Schloss Wildegg Heute