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Kloster Muri

Stammlande Habsburger Löwe

Hier ruhen die Herzen des letzten Kaiserpaars

Kloster Muri und die Habsburger

Das aargauische Freiamt gilt als Habsburgerland – und das völlig zu Recht. Hier, in Muri, steht nämlich das erste von Habsburgern gestiftete Kloster. Dessen Erschaffer waren 1027 die Habsburger Ahnherren Graf Radbot und seine Ehefrau Ita von Lothringen. 

Seiner Frau soll Radbot die Murenser Besitzungen als Morgengabe übertragen haben. Als Ita von den unrechtmässigen Umständen der Aneignung der Murenser Besitzungen erfuhr – Radbots Vater Lanzelin hatte zuvor die in Muri ansässigen freien Bauern vertrieben und deren Besitz übernommen –, regte sie als Sühne die Klosterstiftung an. Diese Informationen zur Gründung stammen aus der im 12. Jahrhundert entstandenen «Acta Murensia».

Benediktinermönche aus Einsiedeln bauten das Kloster auf. Ab 1083 war Muri mit einem Frauenkonvent für rund 100 Jahre ein Doppelkloster, dann wechselten die Nonnen nach Hermetschwil.

1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau, was dem weiteren Aufstieg des Klosters keinen Abbruch tat. Es erhielt grosse Besitzungen, stieg im 17. Jahrhundert zur reichsten Abtei in der Eidgenossenschaft auf und wurde 1701 gar zur Fürstabtei.

Die Mönche von Muri wurden allerdings 1841 nach der vom Aargauer Grossen Rat beschlossenen Klosteraufhebung vertrieben. Sie fanden in Sarnen und in Gries bei Bozen ihre neue Wirkungsstätte. ​​​​​​

Ansicht des Klosters Muri von Südosten aus dem 18. Jahrhundert. Die Nr. 23 (Westfassade der Kirche) ist aus perspektivischen Gründen fälschlich an die Klostermauer gerückt.
Foto: P. Benedikt Studer und P. Fridolin Kopp, "Murus et Antemurale", Festschrift zum Goldenen Priesterjubiläum von Fürstabt Plazidus Zurlauben. Muri 1720.

Spuren der Habsburger Heute

Der Abt des Klosters Muri-Gries ist heute noch regelmässig in Muri zu Besuch, ebenso wie immer wieder Familienangehörige der Habsburger. Aufgrund seines grossen historischen, architektonischen und kulturellen Wertes gilt das ehemalige Kloster als Kulturgut von nationaler Bedeutung. So kann man etwa im 1750 entstandenen Oktogon in der Klosterkirche das spätbarocke Habsburger- bzw. Stifterdenkmal für Radbot und Ita von Lothringen bewundern. Vor dem Kommuniongitter befinden sich im Kirchenboden die Gräber der ersten Habsburger, nebst jenen von Radbot und Ita auch das von Hedwig von Kyburg (gestorben 1260), Mutter von König Rudolf I.

Die Habsburger haben heute noch sehr starke Bezüge zu ihrem «Hauskloster» Muri. Hier ruhen auch die Herzen des 1922 sehr früh verstorbenen letzten Kaisers Karl I. und der letzten Kaiserin Zita (gestorben 1989). Sie sind hinter dem Altar in der Loretokapelle beigesetzt.  In deren Gruft ruhen zwischen 1968 und 2022 verstorbene wichtige Vertreter des Hauses Habsburg.

In Muri fühlte man sich den Habsburgern auch nach deren Vertreibung 1415 stark verbunden. So findet man heute noch in der Klosterkirche und im Kreuzgang zahlreiche Habsburger Wappen.

Der hochbarocken Pracht der Klosterkirche St. Martin mit ihren fünf Orgeln kann man sich nicht entziehen. Das Kloster selbst vereinigt, seiner langen Geschichte entsprechend, Baustile von der Romanik über die Gotik bis zum Barock.

Es gibt so viel zu entdecken, dass sich eine Führung empfiehlt. Gewisse Bereiche der Klosterkirche wie Krypta und Hochchor können nur in einer Führung besichtigt werden. Für individuelle Besuche stehen im Besucherzentrum aber auch Audioguides zur Verfügung. Im Klostermuseum wird unter anderem eine kostbare Taschenuhr gezeigt, die Karl I. 1921 einem Luzerner Polizisten geschenkt hat.

Die mit Brillanten besetzte und rot vergoldete Taschenuhr von Kaiser Karl I. kann im Klostermuseum Muri bewundert werden.
Foto: Murikultur

Kloster Muri Heute