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Baden

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Das Schloss Stein in Baden:  Verwaltungssitz und Archiv der Habsburger

baden und die Habsburger

Aquae Helveticae hiess zur Römerzeit eine Siedlung auf dem Gebiet der heutigen Stadt Baden. Legionäre aus dem nahen Legionslager Vindonissa (heute Windisch) nutzten schon damals das 46,6 Grad warme Thermalwasser. Weil diesem heilende Wirkung zukommen soll, wird es im Thermalkurort Baden auch heute noch sehr gern genutzt.

Um 1090 wurde auf einem Felssporn hoch über der Limmat die Burg bzw. das spätere Schloss Stein erbaut. Es gehörte zunächst wohl den Nellenburgern, dann den Lenzburgern und ging nach deren Aussterben an die Kyburger.

Nach dem Tod des letzten Kyburgers holte sich der habsburgische Herzog Rudolf IV. 1264 dessen Erbe, darunter Baden. Ab dann amtete ein habsburgischer Landvogt auf dem Schloss. Hier war das habsburgische Archiv mit dem berühmten Habsburger Urbar. 1273 wurde Rudolf zum römisch-deutschen König gewählt. Fortan residierte er wiederholt in Baden, in späteren Jahren linderte er im Thermalwasser auch seine Gicht.

Baden bekam schliesslich 1294 das Stadtrecht von den Habsburgern und wurde zur Festung gegen das expansionsdurstige Zürich ausgebaut. In diesen Jahren gerieten Habsburg und die im Entstehen begriffene Eidgenossenschaft immer heftiger aneinander. Vor der Schlacht am Morgarten 1315 zogen die Habsburger ihre Truppen in Baden und Brugg zusammen.

Agnes von Ungarn, die Tochter von König Albrecht I. von Habsburg, stiftete 1349 neben der katholischen Kirche ein Spital.

1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau. Die meisten Städte ergaben sich kampflos, doch Baden verteidigte sich heftig. Das Schloss Stein wurde dabei zerstört und das habsburgische Archiv mit gegen 2000 Urkunden zur Kriegsbeute. Die Eidgenossen verbrannten besonders wichtige Dokumente und verunmöglichten den Habsburgern auf diese Weise, ihre Ansprüche auf den Aargau präzise zu formulieren und auf alte Urkunden abzustützen. Das Archiv wurde den Habsburgern erst 60 Jahre später arg lädiert zurückgegeben. Baden war jetzt eidgenössisches Untertanengebiet, galt aber als Tagsatzungsort vielen als heimliche Hauptstadt der Eidgenossenschaft.

Das wiederaufgebaute Schloss Stein wurde anlässlich des Zweiten Villmergerkriegs 1712 erneut zerstört. Besonders demütigend für die katholischen Badener war, dass die Sieger mit den Steinen des Schlosses die reformierte Stadtkirche bauen liessen. 1714 kam alter Glanz zurück, als 60 Delegationen aus ganz Europa im Badener Tagsatzungsaal mit dem Friedenskongress von Baden den Spanischen Erbfolgekrieg beendeten.

 

Ansicht der Stadt Baden im 17. Jahrhundert. Im Vordergrund die Bäderstadt an der Limmat, rechts oben das Schloss Stein.
Foto: Topographia Helvetiae, Rhaetiae et Valesiae, von Matthäus Merian dem Älteren, Frankfurt 1642.

Spuren der Habsburger Heute

Vom einst imposanten Schloss Stein sind nur der Wachtturm und die Kapelle übrig. Die gesicherte Ruine ist öffentlich zugänglich und es werden Führungen angeboten. Der kürzeste Fussweg führt via St.-Niklaus-Stiege hinauf. Von hier bietet sich ein wunderbarer Blick unter anderem auf die Altstadt, auf die Rebberge und das Limmattal. Die Schlossruine und die Silhouette der verbliebenen Teile der Stadt- und Ringmauer sowie der Stadtturm sind sehr beliebte Postkartenmotive. Der Stadtgeschichte nachspüren lässt sich auch im Stadtmuseum im alten Landvogteischloss (dessen Vorgängerbau bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht) und im Ergänzungsbau an der Limmat.

 

Die Ruine Stein überragt die Altstadt und bietet einen beliebten Aussichtspunkt mit Wahrzeichencharakter Foto: TourismusRegion Baden AG

Ein Rundgang durch die Badener Altstadt und das Bäderquartier lohnt sich sehr. Etliche Gebäude gehen im Kern zum Teil weit in die Zeit vor 1415 zurück. Eine gotische Häuserzeile mit dem Rathaus (Rathausgasse 1) lässt sich im Kern ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen. Den Rathaussaal nutzten die Eidgenossen rund 300 Jahre für Tagsatzungen. Ihn kann man (mit Führung) besichtigen. Wer mag, kann hier übrigens sogar heiraten.

Baden heute